Nike Air Zoom Pegasus 35

Nike Pegasus 35

Schon in der Hand merkt man die Leichtigkeit des Schuhs. In der Gr. US 13 (EU 47,5) wirkt er nur 323 gr.; andere Schuhe in der Größe wiegen häufig 40 gr. mehr.

Ich habe noch keinen Schuh gehabt, in dem es in der Zehenbox hell ist. Schaut man in dem Schuh in die Zehenbox hinein, so hat man das Gefühl, dass dort Licht an wäre. Sprich, man kann bis nach vorne schauen. Also nicht wie in anderen Schuhen, wo man wenige Zentimeter nach der Zunge nichts mehr sieht.

Der Stoff fühlt sich angenehm weich an, die Fersenkappe ist gut gepolstert.

Wirft man einen Blick auf die Optik, dann fällt einem die spitze Form am Ende des Schuhs auf; sowie die hochgezogene Nase am oberen Fersenrand. Da sie nach hinten gebogen ist, stört sie beim Laufen nicht und erleichtert das Schuhanziehen. 

Eine schmale Sohle im Bereich der Ferse ist sehr vorteilhaft, da es das natürlich Aufsetzen des Fußes unterstützt.

Nike Pegasus 35
Nike Pegasus 35

Die 10 mm Sprengung merkt man enorm in dem Schuh. Beim Stehen und beim Gehen hat man das Gefühl nur auf der Ferse zu stehen und nicht auf dem ganzen Fuß. Vielleicht gewöhnt man sich daran, aber ich empfinde das als sehr unangenehm. Eines Tages als ausrangierter Schuh dürfte er damit vermutlich  kein Alltagsschuh werden.

Nike Pegasus 35

Die Sohle ist sehr fest, keine Spur von Dynamik z. B. seitliches verdrehen der Sohle. Die Dämpfung empfinde ich als sehr stramm; also nicht ansatzweiche weich oder nachgebend.

Das Fußgewölbe ist für Mittel bis Hoch angegeben. Bei meinem Hohlfuß ist dies der erste Schuh, bei dem ich die Sohle in der Fußmitte spüre. Für Läufer mit flachen Fußgewölbe könnte hier ein zu starker Druck sein.

Der Bereich der Schnürung ist deutlich kürzer als üblich; aber nicht unangenehm und erfüllt ihren Zweck. Auch mit hohem Spann entsteht nicht zu viel Druck.

Der erste Lauf

Der erste Eindruck hat sich bestätigt. Das übliche Gehen aus der Sackgasse bis zum Feldrand war gefühlt nur auf der Ferse. Ein Abrollen über den Vorderfuß hat man nicht gemerkt. Auch beim Warmlaufen auf dem Mittelfuß hatte ich das Gefühl mit dem ganzen Gewicht nur im Bereich der Ferse zu laufen.

Deutlich angenehmer wurde es erst, als das Tempo Richtung 5:00 ging; da nun der gesamte Körper mehr nach vorne geneigt war und mit dem Winkel der Sohle sozusagen eine senkrechte Linie bildete. Während man häufig in anderen Schuhen nicht merkt, ob man in 4 oder 8 mm Sprengung steht, merkt man hier die 10 mm als Gefälle sehr deutlich, ebenso das man nicht so richtig im Schuh steht. Je schneller man wird, desto angenehmer wird die Sohle bzw. das Laufen. Dies ein Schuh der den Wettkampf sucht und nicht den gemütlichen langen Lauf.

Üblicherweise schaue ich mir nach ca. 1 km Pace und Durchschnittspace an, damit ich a) nicht zu schnell bin beim Warmlaufen und b) um zu schauen, ob gefühlte Anstrengung zum Pace passen. Gefühlte Anstrengung passten überhaupt nicht zum Pace. Ich war ca. 20 Sek./km schneller als üblich bei gleichen Puls. Auch auf den späteren Streckenverlauf blieb das so. Ich war > 20 Sek. schneller als üblicherweise an den Stellen und das bei gleichen Puls; egal ob es den Hügel hoch oder runter ging. Ich konnte die Werte die mir die Uhr anzeigten gar nicht glauben.

Die spätere Auswertung am Mac brachten Gewissheit und Bestätigung:

  • Anderer Schuh: Pace: 5:32; Puls: 141
  • Pegasus: Pace 5:11; Puls 141

Technische Werte

  • Gewicht: 323 gr bei Gr. US 13; EU 47,5
  • Sprengung: 10 mm
  • Höhe Vorfuß: 18 mm
  • Höhe Ferse:  28 mm
  • Pronation: Neutral
  • Dämpfung: stramm
  • Fußgewölbe: Mittel bis hoch
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2 Responses to Nike Air Zoom Pegasus 35

  1. Klaus Läuft says:

    Hallo Guido,
    danke für den tollen und ausführlichen Bericht. Die Steifigkeit und vor allem die Sprengung wirken auf mich ja eher abschreckend. Die Pace natürlich absolut anziehend.
    Kannst Du was zur Wasserdichtigkeit sagen. Ist der Zehenbereich deshalb „beleuchtet“, weil der Mash so offen ist? Dann wäre das eher ein Sommerschuh.
    Danke und Gruß,
    Klaus

    • Guido says:

      Hallo Klaus,
      bei runningwarehouse.eu hatten sie ihn im Angebot für 90 € gehabt, da dachte ich, ich probiere ihn mal aus.

      Das mit der Steifigkeit und der Sprengung sehe ich genauso; absolut nicht mein Ding. Ohne Probleme mit der Achillessehne hätte ich ihn mir auch nie gekauft bei den technischen Angaben.

      Ja, die Helligkeit kommt vom Mesh bzw. von den Löchern im Mesh, daher natürlich eher ein Sommerschuh.

      Nein, einen Regentest hat der Schuh noch nicht gehabt. Der Fuß dürfte somit schneller naß werden, als in anderen Schuhen.
      Einmal durch einen Platzregen laufen, dann ist jeder Schuh, außer Gore-Tex, von Innen naß. Ich hatte damit noch nie Probleme gehabt; Wasser kommt rein und geht wieder raus. Mit den Wrightsock-Socken haben ich damit beste Erfahrungen gemacht, so dass durch die doppel-lagigen Socken der Fuß sich relativ schnell wieder trocken anfühlt.

      Neue Bestzeiten sollten damit auf 5 und 10 km auf jeden Fall möglich sein. Für längere Strecken muss man schauen, wie gut man mit dem Schuh zurecht kommt. Für 90 € kann man durchaus ein Kaufrisiko eingehen. 😉

      Für mich wird das unabhängig von Wetter und Temperatur erst einmal ein reiner Wettkampfschuh sein.

      Grüße Guido

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