AMEO Powerbreather

Als angehender Triathlet sauge ich natürlich Informationen aus vielen Quellen auf, entsprechend habe ich diverse Triathlon Podcasts abonniert. Im “Triathlon Podcast” von Marco Sommer geht es in der Folge Schwimmerschnorchel – Expertentalk (3.10.18) um den Einsatz eines Schnorchels als ein wichtiges Hilfsmittel. Exemplarisch wird der Schnorchel von Tilmann Baum von Ameo vorstellt.

Wie sagt man so schön, ob er so gut ist wie die Werbung verspricht, davon möchte ich mich gerne selber überzeugen. 🙂

Ameo powerbreather

AMEO

Die innovative Firma AMEO hat ihren Sitz südlich von München.

Beeindruckend finde ich den Informationsgehalt der Webseite. Hier wird alles sehr gut in Deutsch in Textform, Bildern und Videos erklärt und die Funktionsweise dargestellt. Nach dem Kauf wird man ebenfalls nicht alleine gelassen, sondern kann sich an dem Support wenden oder auch im Shop den Powerbreather mit weiteren Zubehör ergänzen, wenn man sich zunächst das Basis Modell zugelegt hat.

Die Varianten beim Powerbreather unterscheiden sich quasi nur durchs unterschiedliche Zubehör. Neben dem Basis Modell “Sport” liegen bei der Variante “Lap” extra Ventile für die Rollwende bei. Das Modell “Wave” ist fürs Freiwasser gedacht und hat daher längere Ventile, um besser gegen Wellen geschützt zu sein.

Was ist das besondere an diesem Schnorchel?

Bei einem normalen Schnorchel wird in der Regel durch das gleiche Rohr ein- und ausgeatmet. Hierdurch kann sich CO2 über einen längeren Zeitraum ansammeln und dann zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen.

Beim Powerbreather wird die ausgeatmete Luft ausschließlich über das Mundstück ins Wasser abgegeben. Ein Rückfluss der verbrauchten Atemluft ins Rohr erfolgt hier nicht.

Das Mundstück fühlt sich angenehm an, kein Nachgeschmack oder ähnliches.

Sollte mal Wasser ins Rohr gelangen, so fliesst dieses über das Mundstück wieder ab.

Um den Kopfumfang einzustellen, wird zunächst die Rändelschraube ganz aufgeschraubt.

Ameo powerbreather

Danach stellt man den Sitz so ein, dass hinten man am Hinterkopf noch mit den Fingern durchkommt.

Ameo powerbreather

In dieser Grundeinstellung braucht man jetzt nur noch den Sitz über die Rändelschraube fixieren, was beim Auf- und Absetzen sehr schnell geht.

Die ersten Schwimm-Einheiten

Ameo Powerbreather

Als Kraulschwimm-Anfänger und noch keine richtigen Erfahrungen mit anderen Schnorcheln, ist dies natürlich schon eine Umstellung. Wer schon Erfahrung mit Schnorcheln oder gar Tauchen hat, wird vermutlich das eine oder andere ganz anders empfinden.

Es macht Sinn sich erst einmal an das Unterwasseratmen am Beckenrand zu gewöhnen; denn der Widerstand über das Mundstück ist nicht ohne. 

Das Kraulen ist tatsächlich eine neue Erfahrung mit dem Schnorchel. Man kann sich mehr auf die Technik konzentrieren und gleitet zunächst einmal entspannter durchs Becken, was sich auch in den Zeiten widerspiegelt. Aber bei diesen Übungen sind Zeiten eh sekundär.  Nach jeder Bahn (25 m) habe ich einige Sekunden Pause gemacht und dann auf zur nächsten.

Nach einigen Bahnen habe ich mich an das tiefe Atmen schon besser gewöhnt, so dass es mir etwas leichter fiel.

Ameo Powerbreather

Angenehmes Brust- und Kraulschwimmen.

Ameo Powerbreather

Den Haltegurt eine Stufe kleiner eingestellt und schon kann auch der Junior (12 J.) damit schnorcheln.

Ameo Powerbreather

Die Ventile bleiben auch bei mehreren Metern Tiefe dicht.

Ameo Powerbreather

Der erste Eindruck

Nach zwei Einheiten kann man natürlich noch kein Fazit ziehen, aber man hat doch einen ersten Eindruck.

Nach einigen Bahnen habe ich mich an das tiefere Atmen soweit daran gewöhnt, dass auch 50 m Einheiten kein Problem waren. So bin ich ein paar 50er mit Schnorchel geschwommen und zwischendurch mal wieder eine normal.

Und während man so dahin gleitet, da fragt man sich schon…

Fast jeder schwimmt mit Schwimmbrille, da es für die Augen schonender und angenehmer ist.  Aber wieso sieht man keine normalen Schwimmer mit Schnorchel?

Insbesondere beim klassischen Brustschwimmen wird der Kopf extrem überstreckt oder es wird wie Seepferdchen (stehend) geschwommen.

Mit Schnorchel ist es durchaus stressfreier und allein aus diesem Grund lohnt sich eine solche Anschaffung. Das dieser Unterschied so groß ist, damit hätte ich im Vorfeld nicht gerechnet.

Fortschritte ...

1. Woche

3. Workout

Eben bin ich 100 m problemlos mit dem Schnorchel geschwommen. 🙂 Und kann damit nun genauso weit schwimmen wie ohne. Wobei mir die 100 m bislang nur gelingen, wenn ich frisch und munter bin.

An das das tiefe Luftholen habe ich mich schnell gewöhnt und klappt ganz gut, solange die Anstrengung nicht zu hoch ist.

2. Woche

Für diese und nächste Woche möchte ich ausschließlich mit dem Schnorchel üben, um zu schauen, wie weit er mich pushen kann. Als “Test” nach den 2 Wochen bin ich gespannt, wie weit ich ohne Schnorchel schwimmen kann.

4. Workout

In 3 Monaten konnte ich mich bislang nur auf 100 m steigern und nun geht es Schlag auf Schlag. 200/100/100/200 m, das sind neue Distanz-Rekorde. 🙂 Nach 25 m muss ich immer noch ein paar Sek. Pause machen; nichtsdestotrotz ist es aber quasi am Stück.

5. Workout

200/200/600. Habe ich endlich den Bogen raus? Arm bewusst nach ganz vorne strecken, auf die Handinnenfläche achten, dass sie schön senkrecht steht usw. So langsam geht die Technik in Fleisch und Blut über. Dass man jetzt Zeit hat sich ausgiebig quasi in Ruhe Zug um Zug unter Wasser zu beobachten und zu korrigieren, macht sich positiv bemerkbar. Das war mal so richtig schön im Flow. Wasserfassen (Erklärung siehe Wiki), Anstrengung und Atmung passten gut zueinander.

6. Workout

1000 m in 31:15 Min. Ich komme mir vor wie im Märchenland. 🙂 Und bei jeder Bahn dachte ich, wie, das waren jetzt 25 m, gar nicht aus der Puste? Also umdrehen und sofort weiter schwimmen. Ich kann es immer noch nicht glauben.

7. Workout

100/1500 m (1000 m in 28:55 Min). Beim kräftigen Abstoßen vom Beckenrand kommt schon mal Wasser ins Rohr, daher habe ich zusätzlich mal die “Flip Cap” aufgesteckt, die beim Modell “Lap” dabei liegen und eigentlich eher für die Rollwende gedacht sind. Nun muss man durch 2 Membranen atmen, einmal durch die “Flip Cap´s” und einmal durch den normalen Aufsatz “Speed Vent”. Es ist nicht die doppelte Anstrengung, sondern vielleicht 10% mehr, daher wollte ich es lieber nach 100 m wieder ohne versuchen.

Ich habe es dann so gemacht, dass ich beim und nach dem Abstoßen anhaltend normal ausgeatmet und mich einfach mal vom Wasser treiben gelassen habe. Das Ziel war gewesen, die Bewegung des Wassers mitzumachen, anstatt mit Kraft und Widerstand dadurch. Dies hatte zur Folge, dass ich unter mir so richtige Wellenbewegungen gespürt habe. Und schon hat sich das “Problem”, dass Wasser im Rohr angesaugt wird, wenn man sozusagen noch in der Welle ist oder einfach zu tief ist und schon einatmet, vermieden werden kann.

3. Woche

8. Workout

2000 m. Auf den 2000 m hatte ich Gelegenheit gehabt 79x die Kippwende zu üben.

9. Workout (T e s t)

Eigentlich wollte ich bis zum Wochenende warten mit dem Test, aber ich war zu ungeduldig gewesen, nun habe ich schon heute durchgeführt.

Ich habe die sogenannte Sprint Disziplin im Triathlon mit 200 m geschafft. 🙂 Insbesondere auf den letzten Bahnen war es nicht mehr viel mit sauberer Technik gewesen, aber dennoch freue ich mich über dieses Etappenziel. Das die Technik zum Schluss nicht mehr sauber war, führte mir noch einmal vor Augen, wie hilfreich das Training mit dem Schnorchel ist, nur so habe ich die Möglichkeit längere Einheiten am Stück zu üben.

Wie geht es nun weiter?

Das Training mit dem Schnorchel wird einen Schwerpunkt in meinem Training noch für lange Zeit haben, denn nun mit ihm schaffe ich lange Einheiten, an denen sich der Körper an die Schwimm-Belastung gewöhnen kann und ich die Technik konstant üben kann.

Ähnlich wie beim Laufen möchte ich nun in jeder Einheit Schwerpunkte setzen.

  1. Speed. Versuche in schnellen und kurzen Einheiten mit und ohne Schnorchel die Technik sauber umzusetzen
  2. Basis. Ein Mix aus mit und ohne Schnorchel
  3. Die lange Einheit mit Schnorchel. Mit dem Versuch die Distanz immer weiter zu vergrößern.

Reinigung

Im Schwimmbad lege ich den Schnorchel verkehrt herum bei Nichtgebraucht ab, so dass das Mundstück nicht auf den Fliesen liegt.

Daheim wird alles unter fließenden Wasser abgespült und ein wenig ausgeschüttelt, damit Restwasser aus dem Mundstück gelangt. Fertig.

Hilfsmittel im Vergleich

Fürs Arm-Kraft-Training brauche ich keine Paddles, sondern kann hier einarmig schwimmen. Schwimme ich einarmig mit Schnorchel, so kann ich wunderbar den vorderen Arm beobachten und kontrollieren, wie stabil er im Wasser liegen bleibt. Mit Paddles kann ich in dem Sinne nur Kraft trainieren, aber viel effektiver ist saubere Technik in Verbindung mit Kraft-Ausdauer.

Mit dem Pull Buoy sieht es ähnlich aus. Der Pull Buoy wird ebenfalls gerne genommen, um damit ausschließlich die Arme zu trainieren. Sich hierbei noch auf die Technik zu konzentrieren finde ich sehr schwer. Besser wäre es, einfach mal die Beine hinten zusammen drücken und zu versuchen sie nicht zu bewegen. Schwimmt man die Übung mit Schnorchel, kann man nun beobachten bzw. fühlen was die Beine machen, gibt es einen Ausschlag seitlich oder horizontal oder ist man stabil in der Hüfte. Dies kann man ebenfalls nicht machen, wenn man dauernd die stabile Lage zum Luftholen verlassen muss.

Im Vergleich zu Pull Buoy und Paddles sehe ich den größten Nutzen daher im Schnorchel. Für mich liegt ein wesentlicher Vorteil beim Schnorchel im Distanz-Schwimmen. Durch das stetige Wiederholen und Kontrollieren der Kraul-Bewegungen soll sich ein gewisser Automatismus einstellen, die Bewegung soll intuitiv richtig gemacht werden. Das klappt nicht, wenn man aus diesem Flow alle paar Sekunden wegen Luftholen herausgerissen wird. Laut Garmin-Auswertung habe ich 695 Schwimmzüge beispielsweise auf 1000 m benötigt, das sind jeweils 17 Züge pro Bahn, auf die ich mich am Stück auf den Bewegungsablauf konzentrieren konnte.

Ein paar praktische Beispiele

Fazit 

Stärken

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Mundstück mit neutralen Geschmack
  • Vielseitiges Zubehör, inkl. Nachkauf Möglichkeiten
  • Liegt angenehm an, kein verrutschen
  • Fairer Preis mit 90 € für das Basismodell
  • Praktische Tasche, in der auch die Brille einen Platz findet
  • Freies Gesichtsfeld durch die 2 Rohre

Schwächen

  • keine

Hat sich das Training mit dem Schnorchel gelohnt?

Bislang kannte ich nur die einfachen Schnorchel, hätte ich gewusst, dass das Schnorcheln mit so einem Gerät so viel Spaß machen kann, hätte ich mir allein schon für den Urlaub einen zugelegt.

Die gewaltigen Fortschritte beim Distanz-Schwimmen und hierbei noch nicht einmal eine kurze Pause am Beckenrand einlegen zu müssen, kommen mir immer noch immer unwirklich vor. Von Juli bis Oktober habe ich es lediglich geschafft mich auf 100 m mit kurzen Pausen am Beckenrand zu steigern, nun habe ich im “Test” nach gut 2 Wochen 200 m geschafft. Für mich ist damit das Schnorchel-Training ein voller Erfolg.

Für wen geeignet?

Der Schnorchel ist für “normale” Schwimmer sehr gut geeignet, da man damit auch u. a. orthopädisch sehr gut im Wasser liegt und somit die Halswirbel nicht überbelastet. Wenn der Kopf mit Blick zum Boden im Wasser liegt, dann ist es auch leichter die Beine in einer Linie zu halten. In dem Sinne sollte eigentlich ein Schnorchel so normal zum Repertoire gehören, wie eine Schwimmbrille.

Ambitionierte Schwimmer müssen nicht mehr die Luft anhalten, um sich ein längeres Stück nur auf die Technik zu konzentrieren, sie können sich damit Bahn für Bahn auf die Technik konzentrieren. Außerdem wird damit auch die Atemmuskulatur trainiert, was ein zusätzlicher angenehmer Nebeneffekt ist.

Neben dem reinen Schwimm-Training wird der Schnorchel bestimmt beim nächsten Wasser-Urlaub viel Spaß machen, wenn man mit wenigen Schwimmbewegungen übers Wasser gleitet und die Unterwasserwelt beobachtet, spontan hinab taucht, um dann erneut an der Oberfläche wieder entlang zu gleiten. 🙂

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