Schönbuch Trophy 2018

Schönbuch Trophy LogoAn der Schönbuch Trophy kann man via MTB teilnehmen oder rennen oder natürlich auch beides machen. Samstags sind die Radler im Schönbuch (großes, hügeliges Waldgebiet ca. 30 km südlich von Stuttgart) unterwegs und am Sonntag wird gerannt.

Start ist in Herrenberg, es besitzt mit seinen 30.000 Einwohnern noch einen mittelalterlichen Ortskern.

Die Strecke

Die Strecke für den Marathon setzt sich aus den 2 separaten Strecken T26 und T15 zusammen, die gemeinsam 42,2 km mit 970 Hm ergeben. Durch diese Lösung kann man drei Wettbewerbe anbieten und ein Jeder läuft die Distanz, die ihm gerade zusagt.

Hat man sich für den Marathon angemeldet und versagen einem nach der ersten Runde die Beine, kann man in die T26 Wertung laufen.

Schönbuch Trophy - Höhenprofil T26

Höhenprofil T 26

Zunächst wird T26 gelaufen. Nach der Runde hat man knapp 600 Hm laut GPSies in den Beinen.

Start ist um 10 Uhr auf dem Marktplatz (442 m über NN), es geht dann direkt ca. 50 Hm hoch auf dem Schlossberg zur Ruine Schloss Herrenberg (522 m über NN) und dann weiter auf dem Stellberg. Um den Friedhof herum muss man die gewonnenen Höhenmeter gleich wieder vernichten und erneut erklimmen, danach geht es in einem Auf und Ab weiter bis man wieder Richtung Schloss abwärts läuft.

Schönbuch Trophy - T26 Strecke
Schönbuch Trophy - Höhenprofil T15

Höhenprofil T15

Anschließend folgt nun der T15.

Abgesehen von einer zusätzlichen Schleife ist es nun die identische Strecke noch einmal.  Allerdings “nur” mit 375 Hm laut GPSies.

Schönbuch Trophy - T15 Strecke

Prolog

Schönbuch Trophy - Marktplatz vorm Start 01In der Stadthalle gab es schnell die Startnummer, zusammen mit einem T-Shirt und einem dicken Starterbeutel.

Direkt in der Stadthalle kann man sich eigentlich nicht umziehen, aber da die Gepäckaufbewahrung noch nicht vorbereitet war, habe ich eine Ecke dafür genutzt.

Wer sich im Stadion umziehen/duschen möchte, der muss sich wohl die Skizze herunterladen, denn der Weg dahin ist weder intuitiv noch ausgeschildert.

Von der Stadthalle, davor und dahinter sind genügend Parkplätze, geht es gemütlich durch die Altstadt zum schön gestalteten Markplatz mit altem Brunnen und zahlreichen gut erhaltenen Fachwerkhäusern.

Eine gute Stunde vorm Start wird noch intensiv aufgebaut, so kann man in Ruhe das Flair des Markplatzes auf sich einwirken lassen. Die Sonne zwischen den Häusern kommt immer mehr hervor, so dass es angenehm warm wird.

Das Rennen

Schönbuch Trophy - vorm Start

nur keine Hektik vorm Start 😉

Das gibt es wohl nur bei Trail Läufen, dass der Moderator wenige Minuten vorm Start aufruft nun zum Start zu kommen. 😉

Eigentlich wollte ich aus der Mitte des Feldes starten, aber irgendwie stehe ich ungeschickt am Einlass und so starte ich eben aus der 2. oder 3. Startreihe.

Schönbuch Trophy - vorm Start

Startaufstellung

Der Bürgermeister hält noch seine Rede, die man beim Gemurmel im Feld aber nicht versteht, dann gab der Moderator noch Anweisungen zur Strecke bzgl. Orientierung und dann geht es auch schon los.

Im Profil sieht man aufwärts nur einen Pfad, irgendjemand sagt was von Treppen…

Wie die “Bekloppten” beim Stadtlauf beginnt das Rennen, ich wundere mich über den Speed und als meine Uhr <4:00 anzeigt sagte ich mir, der Weg ist noch lang genug und verlangsame erst einmal. 

Schönbuch Trophy - Rennen

Nach ein paar Hundert Metern ist klar gewesen, warum viele wie “gestochen” losgelaufen sind. Es galt 40 Höhenmeter über Stufen zu überwinden. Nun denn, so kann man sich auch warm laufen bzw. warm gehen. 

Das Tempo auf den Stufen war ok, es gab keine Drängelei, gleichmäßig ging es aufwärts.

Oben bei der Ruine angekommen, von der wir nicht viel sahen, konnten wir auch nur kurz einen Blick von dem schönen Aussichtspunkt ins Tal werfen, denn es ging sogleich in den Wald.

Über einen sehr gut laufbaren Pfad geht es zügig vorwärts; mal will ja schließlich nicht der Erste im Stau sein. 😉

Schönbuch Trophy - Rennen

VP 1

VP 1 heißt die durstigen Läufer nach ca. 3,5 km Willkommen.

Wasser und ISO (von Ultrasports) gibt es immer, Bananen nur sehr selten.

Als Selbstversorger habe ich nur einen Becher in meine Mütze zur Kühlung gekippt und weiter geht´s.

Schönbuch Trophy - RennenDie Anstiege sind und bleiben häufig knackig.

Zwecks Krafteinteilung lieber mal ein Stück gehen.

Die Temperaturen im Wald sind sehr angenehm.

Schönbuch Trophy - RennenDie Strecke bleibt sehr abwechslungsreich. Nun geht es mal ein Stück auf Asphalt parallel zum Wald angenehm abwärts, wohl wissend, dass es somit bald wieder aufwärts geht.

Bei km 6 beginnt nun der 100 Höhenmeter Aufstieg.

Der sanfte Anstieg hält nicht lange an.

Schönbuch Trophy - RennenLinks Stufen, rechts Weg.

Ein jeder darf nach belieben wählen.

Nachdem ich beides ausprobiert habe, war der Weg doch irgendwie angenehmer als die Stufen.

Schönbuch Trophy - RennenJa, da ist ein Weg – ein matschiger. 😉

Über die Nike Kiger 4 bin ich bei dem Rennen echt froh gewesen. Die Stollen packen stets zuverlässig zu.

Da es in der Nacht davor noch ausgiebig geregnet hat, gab es zahlreiche matschige Abschnitte.

Schönbuch Trophy - RennenNun wird der Weg wieder breiter und es gibt eine Überholspur, die aber nur selten dafür genutzt wird.

Die anspruchsvolle Strecke hat schon längst ihren Tribut gefordert.

Schönbuch Trophy - RennenLeider gibt es die Kilometer Schilder nur alle 5 km. Das erste habe ich verpasst und auch dieses sah man erst im letzten Augenblick.

Also anhalten und kurz filmen.

Noch 3 km bis zum nächsten VP.

Schönbuch Trophy - RennenWenn es nicht so richtig rund läuft, dann kann man sich den nächsten VP einfach als Ziel setzen, um zu sagen, Haken dran, auch geschafft.

Momentan geht es rauf und runter und rauf bedeutet häufig 20 bis 30 Hm Anstiege.

Schönbuch Trophy - Rennen

VP 2, ca. km 13

VP 2 bei ca. km 13 ist erreicht.

Wieder Wasser für die Mütze. Da das Wasser aber “Raumtemperatur” hat, blieb die kühlende Wirkung aus.

Ich habe mir zwar vorgenommen gehabt an jedem VP einen Augenblick zu verweilen, um zu regenerieren, aber mir fehlt dafür einfach die Geduld; also weiter.

Schönbuch Trophy - RennenÜber wunderschöne Trails geht es weiter.

Die meisten Pfade konnte man in einem schönem Flow laufen, wenn man dafür noch die Energie hat, keine sind zu stark verwurzelt oder mit dicken Steinen übersät, wäre nur das mit der Matsche nicht….

Schönbuch Trophy - Rennen

Denn auf den schnellen Downhill Passagen brauchte man super Grip, um gut durch die Matsche zu kommen oder auch um über Matsch- und Wasserlöcher zu springen.

Schönbuch Trophy - RennenEgal, es ist Trail; es muss so sein. Wollte ich es einfach haben, würde ich Straße laufen. 😉

Die Trails werden durch angenehme Waldautobahnen verbunden.

Schönbuch Trophy - Rennen

VP 3, km 20

Die Frau ist bestimmt abends heiser. 😉

Jeden Ankömmling hat sie mit lauten Getöse Willkommen geheißen. 

Es nutzte trotzdem nichts, anstandshalber ein kurzer Trab, um zu zeigen, dass ihr anfeuern Wirkung zeigt, auch wenn es nur ein Strohfeuer ist.

Schönbuch Trophy - RennenOb man 30 km mit 600 Hm auf Waldautobahnen trainiert oder ob man auf vielen Trails die Höhenmeter sammelt, scheint wohl ein Unterschied zu sein. Heute ist nicht mein Tag, es lief sprichwörtlich nicht. Kaum noch ein Anstieg den ich laufen kann und ein 6er Pace in der Ebene lässt den Puls mehr als deutlich ansteigen.

Noch einmal 400 Hm beim anschließenden T15 wären selbst im Schneckengang nicht machbar gewesen. Wenn der Körper nicht mehr mag, dann will ich auch nichts erzwingen.

Fazit: Nach T26 ist Feierabend

Die letzten 2 km haben gleich ihr Ende gefunden. Die Schlossruine ist erreicht.

Der Zieleinlauf, namentlich wird man begrüßt.  Für mich heißt es nach dem Ziel rechts raus und die schöne Holz-Medaille in Empfang nehmen.

Schönbuch Trophy - Rennen

Epilog

Bevor ich mich auf dem Weg zum Finisher Bier begeben kann, interviewt mich der Moderator, warum ich ausgestiegen bin. Ich muss mich da erst einmal sammeln, so überrumpelt war ich und so richtig zum Verschnaufen bin ich auch noch nicht gekommen.

Danach kurz Meldung bei der Zeiterfassung machen, dass ich für T26 gewertet werde, aber bei denen war die Info schon angekommen.

Also endlich auf zum Finisher Bier. 🙂

Nacheinander und nicht zu schnell ein paar Becher geleert und dann geht es gemütlich zum Auto zurück; auch wenn der Marktplatz zum Verweilen einlud.

Fazit

Gut organisiert, wunderschöne, aber teilweise sehr anspruchsvolle Trails. Wer hier 42 km schafft, der wusste was ihm erwartet und hat sich besser darauf vorbereitet. 😉

2019 zum T42 sieht man sich wieder. 🙂

Schönbuch Trophy 2018 - Medaille

Platzierung: 82. von 122

Männer: 65. von 86

Altersklasse: 14. von 19

Zeit: 3:06:47

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