Laufen? Aber natürlich!

Man könnte den Buchtitel “Laufen? Aber natürlich! auch wie folgt übersetzen: Wenn Laufen, dann natürlich. Katja Kulin (Webseite) geht der Frage nach “was ist natürliches Laufen” und spannt hierbei den Bogen von den ersten Menschen bis in unserer heutigen Zeit.

Laufen - Aber natürlich

Ist Barfußlaufen gesund, ist es sinnvoll, darf jeder Barfußlaufen, wie läuft man richtig Barfuß, haben Minimalschuhe den gleichen Effekt wie Barfußlaufen, bekommt man durch Barfußlaufen Verletzungen/Überbelastungen, kann man mit Barfußlaufen auch Beschwerden heilen? Viele, viele Fragen und auf jede Frage gibt es eine fundierte Antwort mit Quellennachweisen. 

Was mir an dem Buch gut gefällt, ist, dass es das Thema nicht einseitig behandelt, sondern hier viele Meinungen und Ansichten ohne Wertung gegenübergestellt werden. Unter Wissenschaftler ist genauso wie unter Ärzten vieles umstritten und so muss sich jeder ein eigenes Bild machen.

Auf das Buch bin ich über den Podcast “rennSandale” von Axel Schemberg aufmerksam geworden, dass hier der Gast “Joe Barefoot” erwähnt. Als Joe mit dem Laufen begann, hat er gleich mit Barfuß losgelegt und läuft Strecken bis 30 km. Würde man nach gängigen Lehrmeinungen gehen, wäre das mit Fersensporn gar nicht möglich, wegen dem er vor seiner Laufkarriere beim Doc war, da der Fuß via Einlage entlastet werden muss, insbesondere der Bereich der Ferse. Ein interessantes Interview, dass Mut macht es mal selber zu versuchen.

So wie bei Joe wird in dem Buch auch auf Studien verwiesen, dass Barfußlaufen sich nicht schädlich auf die orthopädischen “Komponenten” auswirkt. Auch weniger bekannte Sachen kommen zur Sprache wie z. B. dass bei Langstreckenläufern eine Abnahme der roten Blutkörperchen festgestellt wurde, da diese wohlmöglich unter der Ferse “zertreten” werden. In dem Sinne müssten alle Barfußläufer unter Blutarmut leiden. 😉

Hauptkapitel

Die Theorie

  • Back to the roots
  • Warum wir geborene Läufer sind
  • Vom Laufen mit Stil
  • Der aktuelle Stand der Forschung
  • Was Barefoot Running bringt

Die Praxis

  • Vorbereitung auf erste Barfußschritte
  • Lauftraining barfuß
  • Barfuß- und Minimalschuhe – eine Alternative?
  • Austausch mit Gleichgesinnten

Im 2. Teil des Buches geht es um die Praxis. Hier wird ein zeitlicher Plan für die Umstellung vorgestellt, der mit zahlreichen Warnhinweisen gespickt ist, es nicht zu übertreiben und wenn es zwickt lieber einen Tag länger Pause zu machen.

Barfuß oder Minimalschuhe. Die Frage muss jeder für sich selber beantworten. Das Buch legt einem nahe lieber direkt mit Barfuß auf harten Untergrund zu beginnen, denn Minimalschuhe sind nicht gleich Minimalschuhe und wer mit Minimalschuhe so weiter läuft wie mit normalen Laufschuhen, kann dann unter Umständen falsche Lauftechniken beibehalten, die beim richtigen Barfußlaufen nicht möglich wären, so die Meinung der Autorin. Für die, die trotzdem lieber mit Minimalschuhen unterwegs sein wollen oder diese in bestimmten Situationen einsetzen möchten z. B. in der Stadt wegen möglicher Glasscherben oder ein Untergrund mit dem die Füße nicht gut klar kommen, dem werden noch verschiedene Hersteller als Empfehlung mit an die Hand gegeben. Vermisst habe ich bei der Auflistung FiveFingers, von denen ich als Zehen-Schuhe begeistert bin.

Wahrscheinlich fällt es schwer zu glauben, dass man mit Barfuß sogar 100 km oder noch mehr laufen kann, aber die Berichte von mehreren Läufern zeigen auf, dass selbst solche Distanzen möglich sind.

Fazit  

Stärken

  • guter didaktischer Aufbau
  • Aussagen werden durch wissenschaftliche Studien bzw. Autoren belegt

Schwächen

Weitere Literaturempfehlung: natural running von Dr. Marquardt.

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