Warum Merinowolle?

Vorwort

Der Artikel fasst die wesentlichen Eigenschaften der Merinowolle, sowie die Vor- und Nachteile komprimiert zusammen.

Merino Schafe

Auch für die Wolle gibt es verschiedene Zertifikate, in meinen Augen ist es mit am Wichtigsten, dass “Mulesing” nicht angewendet wird. Bei “Mulesing” werden Hautfalten ohne Narkose oder örtliche Betäubung entfernt, um den Befall von Fliegenmaden zu verhindern.

Gegenüber unseren bekannten Schafen hat die Wolle komplett andere Eigenschaften. Merinoschafe sind extremen Temperaturen ausgesetzt (-20 bis +35°C. Damit die Tiere überleben können, muss die Wolle einen sehr guten Kälteschutz bieten, aber auch kühlend im Sommer sein.

Eigenschaften der Wolle

Positiv

  • Kratzt nicht
  • Kein Wundscheuern der Nippel bei Männern
  • Wärmt, wenn es kalt ist
  • Kühlt, wenn es heiß ist
  • Keine unangenehmen Gerüche
  • Pflegeleicht
  • Antistatisch

Negativ

  • Längere Trockenzeit gegenüber Kunstfaser, aber deutlich schneller als Baumwolle
  • Nicht so robust bei mechanische Beanspruchung z. B. Rucksacktragen gegenüber Synthetik oder Baumwolle

Kratzt nicht

Das menschliche Haar hat eine dicke von 50-100 µm (Mikron). Man liest, dass ab einer Größe von ca. 27 µm sich eine Kratzempfindlichkeit einstellen kann. Während dicke Wollfäden sozusagen gegen die Haut drücken, “verbiegt” sich Merino (<20 µm) beim Kontakt mit der Haut; hierdurch wird der typische Juckreiz von Wolle vermieden.

Wundscheuern der Nippel

Auf 10 km Länge ist es häufig noch egal, aber spätestens Richtung Halbmarathon im Dauerregen oder total verschwitzt kann Mann sich die Nippel sehr schnell wundreiben, wenn der Stoff zu grob ist. Da Merinowolle sehr feinmaschig ist, sollte dies bei diesem Material nicht passieren.

Wärmt, wenn es kalt ist

  1. Im trockenen Zustand wärmt es durch eingeschlossene Luftpolster, die bis zu 85 % des Volumens ausmachen können.
  2. Im feuchten Zustand erwärmen sich die Fasern bei der Aufnahme von Feuchtigkeit. Daher ist es sogar von Vorteil, wenn man bei einsetzenden Regen nicht sofort eine Regenjacke anzieht. Dieser Prozess funktioniert allerdings im nassen Zustand nicht mehr.

Kühlt, wenn es warm ist

  1. Die Luftpolster isolieren gegen Kälte genauso wie gegen Wärme, ähnlich einer Doppelverglasung.
  2. Die Faser nimmt die Feuchtigkeit (Schweiß) auf und transportiert ihn nach außen, dies sorgt für die Verdunstungskälte. Bis zu 1/3 des Trockengewichtes kann hierbei als Feuchtigkeit aufgenommen werden, Kunstfasern liegen bei 10 %. Da die Faseroberfläche wasserabstoßend ist, fühlt sie sich trotz Nässe trocken an.

Unangenehme Gerüche

Der Schweiß selber ist ja erst einmal nur Wasser + Salz und riecht daher nicht. Was wir riechen ist die Zersetzung von Schweiß auf der Haut durch Bakterien oder eben auf der glatten Kunstfaser, auf der sich die Bakterien ebenfalls gut ansiedeln können.

Aus Sicht der Bakterien ist Wolle rau und eignet sich daher zum “Andocken” nicht. Fazit: Keine Bakterien, kein Geruch. Und die wenigen Bakterien werden vom fasereigenen Protein abgebaut.

Pflegeleicht und Wartungsarm

Die Wolle zieht Schmutz nicht an und hat selbstreinigende Kräfte, natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, ein häufiges Waschen ist somit nicht nötig, auch nicht wegen evtl. Geruchseinschränkungen.

Antistatisch

Die Merinowolle kann sich nicht statisch aufladen.

Fazit

Für mich ist Merinowolle das Beste aus 2 Welten.

    1. ein natürliches Material mit all seinen Vorteilen
    2. all die Eigenschaften die ich als Sportler von einem Funktionsmaterial benötige
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