So weit? So gut!

Den Titel “So weit? So gut” muss man, ich zumindest, zweimal lesen, dann wird einem klar was gemeint ist. Je weiter, desto besser, könnte man vermutlich auch sagen. Wenn jemand als Ultraläufer mit 71 J. so etwas sagt, dann bin ich auf sein Geheimnis für diese Leistung gespannt.

Josef Kladensky

Alter: 71 (Stand 2019)

Erster Marathon: mit 37 J.

Erster Ultra: Comrades Marathon 1997 mit 49. J.

Auflistung seiner Ultras in der DUV-Datenbank.

Das Buch

Das Buch “So weit? So gut!” von Josef Kladensky erschien 2019 im egoth Verlag. Es hat 270 Seiten und ein einige Bilder von seinen Läufen.

So weit? So gut!

Inhaltsverzeichnis

  • Comrades Marathon 1997
  • Vorstellungen
  • Marathon de Sables 2000
  • Was bisher geschah
  • Spartathlon 2001
  • Warum laufen (wir)?
  • Grand Raid Réunion 2014
  • Versuch einer Verführung
  • Badwater Ultramarathon 2006
  • Befreiungsschläge
  • Ultra-Trail du Mont-Blanc 2008
  • Von allzu heiligen Kühen
  • Aus Wörschach und Gols
  • Erkenntnisse eines Läufers
  • Mozart 100, Kainach, Ötscher, Veitsch, Traunsee

Die kurze Zusammenfassung

Wenn man mit Ü70 immer noch Marathon und Ultras laufen kann, muss man vieles richtig gemacht haben. Einem Ü50 oder auch einem Ü60 gibt dies Hoffnung ähnliches vollbringen zu können und nicht den Kopf hängen zu lassen, wenn alles länger dauert oder es nicht so rund läuft. Aber auch jüngeren Semestern wird ein Ultra nicht “geschenkt”, auch sie können von seinen Erfahrungen profitieren.

Zwischen den Laufberichten schreibt er über seine Lebens(Lauf)weisheiten und lässt uns an seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz teilhaben.

Inhalt und Gedanken zum Buch

Comrades Marathon 1997

1997 war das Zeitlimit noch 11 h für die 90 km gewesen, mittlerweile sind es 12 h.

Beeindruckend wie gut er die 90 km geschafft hat, da er zuvor nie über 42 km gelaufen ist, aber 12 J. Marthonerfahrung sind natürlich auch eine gute Vorbereitung und wenn dann noch die Renntaktik passt, ist das schon mal eine gute Voraussetzung.

Vorstellungen
  • Mit 33. Jahren (geb. 1948) mit dem Laufen angefangen.
  • 1985 Erster Marathon (37. J.)
  • 1997 Erster Ultra
  • Mag auch andere Sportarten wie Rennradfahren, Bergsteigen
  • Soziales Engagement
  • Laufverletzungen
  • Lauf-Emotionen
Marathon des Sables

Mit einem am Anfang fast 15 kg schweren Rucksack Düne rauf und runter laufen und immer “schön” einsinken – unvorstellbar. Relativ unspektakulär beschreibt er den Wüsten-Etappenlauf mit zahlreichen Tipps.

Was bisher geschah?

Eine imposante Auflistung seiner Läufe.

Spartathlon

Beim Spartathlon muss man die 245 km innerhalb von 36 h von Athen nach Sparta laufen, die cut-offs sind relativ knapp. Auf fast 40 Seiten bekommen wir ausführlich einen Eindruck von den Strapazen des Laufes, aber auch von den Schwierigkeiten z. B. auf der Straße mit Verkehr zu laufen.

Warum laufen wir?

Amüsante, aber auch etwas langatmige Abhandlung übers Laufen – wieso, weshalb, warum.

Grand Raid Réunion 2014

Ein Lauf mit 140 km und 4000 Höhenmetern auf einer Insel im indischen Ozean, die zu Frankreich gehört.

Versuch einer Verführung

Einen Marathon zu schaffen ist für viele unvorstellbar, bis sie es gemacht haben; dann ist es unvorstellbar auch weiterlaufen zu können, bis man es einfach ausprobiert hat. Ein Kapitel, um andere für den Ultra zu motivieren.

Badwater Ultramarathon

200 km bei teilweise 40-55 °C im Death Valley, der Badwater ist ein Klassiker in den USA. 2 Freunde als Betreuer, andere Teams hatten bis zu 10. Eine irre Leistung von den Betreuern. Und wem 200 km nicht gefordert haben, der läuft ein paar Tage später noch einen Stadtmarathon in San Francisco, krass.

Befreiungsschläge

Tja, die gute, alte Frage was braucht man wirklich zum Laufen oder im Wettkampf, oft viel weniger als gedacht. Braucht man Hosenträger und Gürtel oder reicht nicht einfach auch ein Gummi aus, um es plakativ auszudrücken. Mit seiner jahrelangen Erfahrung weiß er, was funktioniert und was nicht.

Ultra-Trail du Mont-Blanc

Das sind mal Daten, 9400 Höhenmeter, 166 km im Gebirge, beim Klassiker UTMB im französischen Chamonix. Über 40 h ohne größere Pause oder gar ein paar Stunden zu geschlafen zu haben, eine unvorstellbare Leistung.

Von allzu heiligen Kühen

Ein gutes und interessantes Kapitel, dass man als Läufer anfangen sollte so manches gelegentlich zu hinterfragen. Wie er sagt: Cui bono? – Wem zum Vorteil? Die Themen sind: Trinken und Trinkmenge, Schuhdämpfung, Dehnen, Aufwärmen, Ernährung, Traubenzucker/Salz, Puls, Lauflustbeschädiger.

Nur weil viele es sagen oder die Industrie es für sinnvoll hält, muss es nicht gut für uns sein. Wenn im Vordergrund der Genusslauf steht und das Ankommen im Ziel, dann braucht man auch nicht beispielsweise permanent Glucose zuführen oder ein zwanghaftes Training in bestimmte Pulsbereiche. Das dieses zurück zu den “Basics” funktioniert, beweist er eindrucksvoll mit seiner Laufvita.

Aus Wörschach und Gols

Anmerkungen und Gedanken zu den klassischen Kreisläufen bei 6, 12, 24, 48 h Läufen.

Erkenntnisse eines Läufers

Aus 39 Jahren Lauferfahrung gibt er uns Antworten auf die üblichen Fragen bei Ultras. Wie gehst du mit Schmerzen um, Pause am VP machen, wie lange regenerieren, Aufgeben (DNF), etc.?

Mozart 100, Kainach, Ötscher, Veitsch, Traunsee

Ein paar kurze Berichte zu obigen Läufen.

Fazit  

Man merkt dem Autor an, dass er gerne erzählt und viel zu erzählen hat in einer ganz eigenen Erzählart. Aus seinem Erfahrungsschatz gibt es leider nur eine kleine Auswahl an Laufberichten und die auch fast alle ohne Stimmungsbilder. 

Wer sich für die Läufe interessiert, weil er sie evtl. mal nachlaufen möchte oder gar selber gelaufen ist, der profitiert natürlich von der Ausführlichkeit. Auch wenn sie amüsant geschrieben sind, sind sie dennoch teilweise etwas langatmig.

Das Buch macht Mut für Läufer im älteren Semester. Es ist viel mehr möglich, als man sich das vorstellen kann. Neben seinen Ratschlägen tut es gut so etwas zu lesen.

Auch wer sich in einer Verletzungspause befindet, kann hierüber wieder Hoffnung schaffen; denn auch er hat solche Phasen, wenn auch sehr selten.

Finde ich gut

  • humorvoller Schreibstil
  • Gute Auswahl an bekannte und weniger bekannte Läufe
  • ausführliche Berichte mit interessanten Infos

Gefällt mir weniger

  • teilweise etwas langatmig
  • nur wenige Laufberichte
  • nur wenige Bilder, fast keine die das erlebte Widerspiegeln, meistens nur von Zieleinläufen, Bilder nicht korrekt den Laufberichten zugeordnet.

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