Trail-Run

Buch Trail RunEs kommt selten vor, dass ich von einem Buch enttäuscht bin und auch der Klappentext nicht das hält was er vermittelt.

Für wen ist dieses Buch geeignet?

Die Antwort: Für Niemand

Ich möchte nicht sagen, dass es auf gut deutsch gar nichts taugt, aber weder der Novize, noch der Fortgeschrittene oder gar Erfahrende werden in dem Buch brauchbare Informationen bekommen.

Der Autor Denis Wischniewski vom Trail-Magazin geht auf viele Bereiche ein, egal ob Ausrüstung, Lauftechnik, Ernährung etc., aber alles bleibt nur oberflächlich. Das Ganze ähnelt einen Dokument, dass man mit Überschriften befüllt hat und nun zu jeder Überschrift ein paar allgemeine Sätze schreibt.

Beispiel zu “Was braucht man Wirklich”:

Es werden Schuhe mit unterschiedlichen Eigenschaften aufgelistet wie Allrounder, Racer usw, aber die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale fehlen, ebenso was die Art des Schuhs ausmacht. Themen wie Sprengung (Differenz in der Sohle zwischen Fußballen und Ferse), Sohlendicke, Profilart. Dem Novizen wird hier kein Gerüstzeug mit an die Hand gegeben, dass er sich zumindest theoretisches Wissen vor dem Schuhkauf aneignen kann. So muss er dem Verkäufer blind vertrauen.

Beispiel “Hardware für den Trail”

“Hochwertige Lampen … haben eine höhere Leuchtkraft … und leuchten über viele Stunden zuverlässig”.

Ja was heißt denn “hochwertig”, was ist eine “höhere Leuchtkraft”? Wenn hier etwas zu einer Kaufentscheidung beitragen soll, dann braucht Angaben mit denen man auch was anfangen kann z. B.eine Lampe mit 200 Lumen spendet nachts genügend Licht auf den Trail, dieser Wert wird häufig auch von Veranstaltern bei Nachtläufen vorgegeben. Aber so etwas findet man nicht in dem Buch.

Beispiel “Laufrucksack”

Das Thema ist wenigen Zeilen abgehandelt. Er macht Sinn, man braucht ihn, fertig.

Wo liegt der Unterschied zwischen Rucksäcken und Westen, auf was ist außer dem Volumen und ein paar Taschen zu achten? Kaufe ich einen mit integrierbarer Laufblase oder ohne; Beispiele aus der Praxis, Erfahrungen mit unterschiedlichen Modellen, Vor- und Nachteile verschiedener Systeme; nichts dergleichen ist in dem Buch zu finden.

So geht es in dem Buch weiter, alles wird nur angerissen. Für den Einsteiger nur oberflächliche Informationen, für den Fortgeschrittenen ist gar nichts dabei und für die Erfahrenen erst recht nichts. Und dabei wird auf der Rückseite des Buches geworben mit: Ultimativer Ratgeber, von Hausrunde bis Ultrarennen, Trainingspläne, Verletztungsprophylaxe…

Fazit  

Stärken

  • Wer sich mal grundsätzlich über das Trail-Laufen informieren möchte, bekommt über diese Sportart einen groben Einblick und sieht danach die Unterschiede zu Straßen-Läufer etwas plastischer; auch werden viele Themen von Ernährung bis Übertraining angesprochen.

Schwächen

  • Für den Einsteiger wird alles nur angerissen, alles bleibt wage und allgemein.
  • Auch Fortgeschrittene können mit einem Trainingsplan von 8 Wochen zum Ultra nichts anfangen
  • Wenn man schon tolle Ultraläufe mit einem “Für wen geeignet” bewertet, dann sind Angaben wie “Man muss schon einen sportiven Winter hinter sich haben… Der TGC gehört … bedeutendsten … Rennen der Welt” nicht gerade ein Beitrag zur Entscheidungshilfe. Hier geht es um Alpine Läufe und bei einem ‘Für wen geeignet’ heißt es in meinen Augen schwindelfrei, hitzefest, Erfahrung im Alpinen Gebiet, für Anfänger geeignet etc.

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