Alb Marathon Schwäbisch Gmünd 2017

Alb Marathon Zwei Wochen liegt nun mein erster Marathon, der “Gelita Trail Marathon Heidelberg” hinter mir. Da ich mich im Ziel relativ gut fühlte, reifte in den vergangenen zwei Wochen der Gedanke “Tausche 400 Hm gegen 8 km mehr Distanz” und heraus kommt ein Lauf mit 50 km und 1100 Hm. Und genau dies sind die Vorgaben für den Sparkassen Alb Marathon Schwäbisch Gmünd, so ein Zufall aber auch. 😉

In dem Sinne dachte ich mir, warum nicht mal einen Ultra versuchen. 🙂

Wobei mir 50 km genauso surreal vorkommen wie 42. Es ist für mich immer noch unvorstellbar, dass man oder wohl besser gesagt ich, so eine Distanz laufen kann.

Da die Anmeldefrist schon zwei Wochen vor dem Start endet, bleibt mir nur die Nachmeldung. Mal schauen, was der Tag für mich so bereit hält… 🙂

Die Strecke

Alb Marathon Höhenprofil

Höhenprofil

Der Ultralauf geht auf der amtlich vermessenen Strecke über 50 km, hierbei sind dann 1100 Hm zu überwinden.

Hat man die drei Kaiserberge (Hohenstaufen, Rechberg, Stuifen) überwunden, dann hat man das Meiste an Höhenmetern für den Tag absolviert. Der Name “Kaiserberge” kommt durch die Verwendung der Hohenstaufen Burg durch das Königs- und Kaisergeschlecht der Staufen.

Start und Ziel ist jeweils Schwäbisch Gmünd.

Alb Marathon Karte

Sollte es an dem Tag einmal nicht rund laufen, dann kann man auf dem Rechberg ins Ziel laufen und hat dann die Wertung für den 25 km Lauf, dies ist dann zumindest ein Trostpflaster. Unterhalb des Rechbergs wird dafür eine Rückfahrt nach Schwäbisch Gmünd angeboten.

Prolog

Dieser Lauf ist ein Wertungslauf für die Deutsche Meisterschaft, Europacup und dem DUV-Cup, wer also entsprechende Ambitionen hat. 😉

In Schwäbisch Gmünd ist das ganze Prozedere ein wenig verteilt angesiedelt, daher ist auf der Homepage extra ein Orientierungsplan hinterlegt, damit man Dusche/Umkleide findet, die Startnummernausgabe, Start/Ziel, die verschiedenen Parkhäuser etc.

  • Start/Ziel: Beim Marktplatz
  • Startnummernausgabe/Siegerehrung: Im Prediger, beim Marktplatz
  • Taschenabgabe: Im Zelt bei Start/Ziel
  • Umkleide/Dusche: Großsporthalle mit Eingang über die Mörikestraße, ca. 900 m vom  Start/Ziel entfernt

Um keinen Nachmeldestress zu haben, war ich viel zu früh, 2h vorm Start, schon in Schwäbisch Gmünd gewesen. Geparkt hatte ich im Parkhaus “Stadtgarten”, welches zum die Uhrzeit noch relativ leer war. Von dort ging es dann die rund 700 m durch den Park und die Altstadt zum Start; ohne Smartphone Navigation wäre das nicht einfach gewesen zu finden. Nach 10 Min. hatte ich die Anmeldung schon hinter mir und die Schlange an der Kasse für die Nachmeldungen wurde schon deutlich länger; da hatten wohl noch mehr die Idee mit der Nachmeldung gehabt.

Alb Marathon - vorm Start

Marktplatz

Da ich nirgendwo etwas mit Kaffee/Kuchen für ein 2. Frühstück gesehen hatten, ging es zurück zum Auto. Tasche und Rucksack geholt und dann die Halle fürs Umziehen gesucht. Ein paar Läufer nach der richtigen Halle gefragt und stand plötzlich in der Übernachtungshalle. Der Parkplatz davor wäre strategisch nicht ungeschickt gewesen, beim nächsten Mal dann. Also wieder 100 – 200 m zurück zur richtigen Halle. Den   Haupteingang darf man jetzt aber noch nicht nehmen, sondern erst nach dem Lauf, denn im Foyer kann man sich dann massieren lassen. Also den Hausmeister nach dem korrekten Eingang gefragt. Umkleide/Duschen sind nur über den Seiteneingang in der Mörikestraße erreichbar. 

So kann man auch seine Zeit vertrödeln, mit dem hin und her, egal, noch 1 h bis zum Start. In Ruhe umgezogen, Beine massiert und dann gemütlich zum Start. 

Je nach Position auf dem Marktplatz konnte man nun die ersten warmen Sonnenstrahlen (12 °C) erwischen. Da ich schon genug gelaufen bin und das Warmlaufen für die heutigen Ambitionen keinen Sinn machte, brauchte man nun Geduld fürs Warten. Und dann steht man endlich in der Aufstellung und trifft einen Kollegen, mit dem man schon vorher hätte quatschen können.

Das Rennen

Alb Marathon - Start Es geht los. 🙂

Das Feld bewegt sich im gemütlichen Tempo von 5:30 durch die Start hinaus in den Park und dann entlang der Rems.

Der Weg entlang der Rems und weiter durch den Ort ist zwar relativ schmal, aber da es kaum Überholvorgänge gibt und sich keiner Stress macht, ist das kein Problem.

Alb Marathon - km 4

km 4

Zwischendurch gibt es ein paar Straßen, die man zum Überholen nutzen kann.

Die ersten 4 km sind schnell vorüber gegangen, den Ort haben wir nun endgültig hinter uns gelassen. Nun sind wir so richtig schön in der Natur.

Der Anteil an Ortschaften die durchquert werden müssen ist für eine 50 km Strecke schon sehr gering.

In angenehmen Wellen geht es auf den nächsten Kilometern auf und ab.

Alb Marathon - km 9

km 9

 

 

 

 

Das mit dem angenehmen Auf und Ab, hat sich dann ab Kilometer 9 erledigt, denn ab hier wird es mit den Höhenmetern sammeln ernst; entsprechend gehen auch schon einige.

Durch das Training für den Saxoprint in der Pfalz und den Trail Marathon in Heidelberg kann ich diese normalen Anstiege aber noch gut laufen.

Dieser erste Vorgeschmack hält nur ca. 1,5 km an und dann ist man in dem Mini-Ort Wäscherhof.

Alb Marathon - km 11

Total nette Idee von den Mädels, auch wenn vielleicht einige mit der Kopffreiheit Probleme bekamen. Aber vielleicht täuschte das auch nur mit der Höhe. Irgendwo auf dem Rückweg standen sie noch einmal.

Zum Lesen während des Laufens war mir das zu viel Text gewesen.  Jetzt wo ich das Banner noch einmal in Ruhe lesen kann, ist der Spruch nicht schlecht. Nur leichter gelesen als umgesetzt. 😉

Alb Marathon - km 11,5

Einer der Kaiserberge

Aus dem Dorf war man ruckzuck wieder heraus und nun ging es einen knappen Kilometer Landstraße bis nach Wäschenbeuren.

Links sah man schon einen Kaiserberg und bekam einen ersten optischen Vorgeschmack.

Gerade drin im Ort, waren wir auch schon wieder heraus gewesen. Orte wurden auf der gesamten Strecke nie mehr als nötig durchschritten.

Durch herrlicher Landschaft ging es weiter.

Alb Marathon
Alb Marathon

km 15

Der erste Kaiserberg, der Hohenstaufen kam immer näher und somit wurde auch der Anstieg immer steiler.

Alb Marathon

km 16

Daher gab es ab jetzt die ersten Geh-Passagen, um die Körner richtig einzuteilen.

Das Wetter war immer noch perfekt und man hatte nun schöne Aussichten in die Ferne.

Alb Marathon

Hohenstaufen, km 17

Im Wald gab es dann einen steilen Aufstieg, der sich in die Länge zog. Auf die eine Kurve folgte die nächste und man sah einfach nicht, wann Ende ist.

Und plötzlich war man oben, einmal um den Baum und schon durfte man auch herunter flitzen.

Hier hieß es dann aufpassen, denn einige Aufsteiger machten sich mächtig breit, so dass es häufig eng wurde. Da man keine Trailschuhe anhatte, hatte man eh nicht so viel Grip auf dem Schotter. Nichtsdestotrotz genoss man erst einmal die Abfahrt.

 

Alb Marathon
Auf dem Weg zum Rechberg
Alb Marathon

km 23

Im Hintergrund sieht man den Ort Rechberg mit dem 2. Kaiserberg Rechberg.

Alles fühlte sich noch gut an, Tempo-Einteilung passte und so freute ich mich schon auf dem Rechberg, da dann 770 Höhenmeter erklommen worden sind; also etwas mehr als 2/3 der Gesamt-Höhenmeter.

Alb Marathon

Aufstieg zum Rechberg, km 24

Direkt am Aufstieg zum Rechberg wurden wir von einer Kapelle überrascht.

Nicht meine Musikrichtung, aber trotzdem eine nette Sache, Danke an dieser Stelle für euer Engagement. 🙂

Der nächste Kilometer zog sich dann schon in die Länge, bis man oben war.

Alb Marathon
Ziel für die "Halben"

Die “Halben” waren für heute fertig. Die Ultras konnten wählen, ob sie hier ebenfalls Feierabend machen möchten oder sich auf die 2. Hälfte begeben wollten.

Also links vorbei, der Tag war noch jung, also konnte man auch noch ein bisschen laufen. 🙂

Der Tee war super lecker gewesen an den VP´s, das ISO-Getränk sagte mir nicht so zu. Also Tee tanken, ein bisschen Banane und weiter.

Warum müssen die Downhills beim Alb Marathon immer so steil sein? Mit nicht mehr ganz so frischen Beinen, kann ich es zumindest nicht einfach laufen lassen. Auch wollte ich die orthopädischen Belastungen bei dem starken Gefälle auf Asphalt gering halten.

Alb Marathon

Blick zurück auf Rechberg, km 27

Alb Marathon

Blick auf den Stuifen, km 27

Rechberg war schnell durchlaufen, ein bisschen an der Straße entlang laufen und schon ging es wieder ins Grüne.

Alb Marathon

km 29

Am Fuße des Stuifen gibt es einen wunderschönen Trail, den “Hoh Chi Minh Pfad”, der super zu laufen ist, der leider aber nur eine Länge von einem knappen Kilometer hat.

Bei km 29 kam dann die erste Rampe. Der steile Aufstieg bleibt und über einen Pfad schraubt man sich weiter empor.

Alb Marathon

Stuifen, km 30

Eine kleine Kehrtwende und schon ging es herunter. Ganz unspektakulär hat man den Stuifen erklommen.

Das Höhenprofil sagte mir eigentlich, jetzt kommt nicht mehr viel und eigentlich geht es nur noch herunter. Das mit dem “eigentlich” ist dann immer so eine Sache. 😉

Alb Marathon

km 32

Man muss sich das Höhenprofil schon genau anschauen und siehe da, es gibt noch zwei kleine Spitzen mit rund 30 Höhenmetern. 

Unten am Waldrand ging es dann rechts hoch zum “Schönberg” und dann weiter  um das “Schwarzhorn” und wieder zurück zum VP bei km 32/36. Das ist natürlich für den Veranstalter schon praktisch, wenn man zweimal an einem VP vorbei kommt.

Für die Psyche war dieser Abschnitt dagegen demoralisierend gewesen, wenn man mittlerweile auch auf den leichteren Anstiegen zwischendurch mal gehen musste und einem die Läufer in gefühlt hohen Tempo entgegen kamen.

Alb Marathon

km 38

Wieder ein Blick auf den Rechberg. Mit den vielen Schleifen hatte man gar nicht das Gefühl, dass man sich wieder Schwäbisch Gmünd nähert, sondern einen Kringel nach dem anderen um die Kaiserberge zog.

Schön, ein kurzes Stück Wiese, kündigt das Ende eines leichten Aufstieges an.

Alb Marathon
Durch die Wiese km 38
Alb Marathon

km 39

Weiter ging es über einen Wirtschaftsweg sanft abwärts, angenehm zu laufen und am Gehöft gab es den nächsten VP.

Mit einem leichten Auf und Ab setzte sich der Weg fort. Aber auf “Auf” hatten die Beine keine Lust mehr gehabt.

Also assoziierte ich die Entfernung mit meinen Trainingsstrecken und sagte mir: ist doch gar nicht mehr weit.

Alb Marathon

km 40

Und siehe da, schon ist Kilometer 40 erreicht.

Eigentlich hätte ich gerne ein Schild mit “42” oder “42,195” fotografiert. Entweder gab es keines oder ich habe es nicht gesehen.

Bei km 43 gab es den nächsten VP und man streifte den Ort “Straßdorf”. Ab hier ging es nun endlich einmal sanft abwärts, mit gefühlten 1-2 %.

Was sind schon 7 Kilometer bis zum Ziel, wenn es sanft abwärts geht. Die Antwort: Trotzdem viel. 😉

Mit einem 6er Pace arbeitete ich mich Stück für Stück vor und der Kopf sagte die ganze Zeit “nun mach´ doch mal eine Gehpause, tut dir bestimmt gut”. Ein bei dem leichten Gefälle sah ich trotz der müden Beine keinen Grund für eine Gehpause und wollte daher mentale Stärke zeigen.

Alb Marathon

km 46

Endlich ist Schwäbisch Gmünd in Sicht, “nur” noch 4 km.

Man glaubt gar nicht, wie lang 4 Kilometer noch werden können. Da sieht man den Ort unter sich, mag einfach nur noch reinlaufen, aber man läuft daran vorbei.

Nun denn irgendwann muss ja der nächste und letzte VP kommen und dann darf man sich wieder eine kurze Auszeit gönnen. Bei Kilometer 48 war es dann soweit. Wieder Tee, eine Banane, ein bisschen Wasser über den Kopf und auf zu den letzten 2 Kilometern.

Anfangs war ich ganz irritiert gewesen, als ich Doppelpfeile auf den Wegen gesehen habe, irgendwie kam mir einiges auch bekannt vor; ach ja, hier sind wie vor einigen Stunden aus dem Ort herausgelaufen.

Alb Marathon

Zielgerade

Wieder schön an der Rems entlang, auch wenn ich dafür keinen Blick mehr hatte, durch den Park und ab in die Stadt.

Der Pace ist schon eine Weile bei 6:15, egal, Hauptsache am Laufen bleiben.

Und dann ist es auf einmal soweit, die Straße in der Altstadt kommt mir bekannt vor, dass muss jetzt die Zielgerade sein und so ist es auch. 🙂

Alb Marathon

Epilog

Grrr, das kann doch wohl nicht wahr sein, im Ziel gibt es kein Bier mehr, ich bin zu spät. Bier kann man auf Kommission ordern und somit eine Reserve kostenlos an die Seite legen; ärgerlich so eine Fehlplanung.

Also Wasser, Tee, Banane und nach wenigen Minuten hatte ich dann auch keine Lust mehr auf die “Recreation” Zone gehabt; es gab ja sozusagen nichts.

Ein paar Leute gefragt, wo man eine Pinte finden kann und machte mich dann auf die Suche, ohne deswegen einen Umweg mit den müden Beinen gehen zu wollen in Richtung Duschen auf dem Weg. Fast am Ende der Fußgängerzone  habe ich dann eine Mini-Pinte gefunden. Ein großes Radler bestellt, die Regenjacke angezogen, um nicht auszukühlen, machte es mir draußen bequem und konnte die nachfolgenden Läufer auf ihren letzten 100 m anfeuern.

Alb MarathonZeit:  05:37:41 (brutto)

AK: 52 von 79

Männer: 239 von 367

Gesamt: 292 von 454

DUV LogoMit meinem ersten und erfolgreich gefinishten Ultra Marathon, werde ich nun in den Annalen des DUV mit einem eigenen Läufer-Profil erfasst. 🙂

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